Selbstfürsorge
Leben im richtigen Rhythmus: Schritte auf dem Weg der Heilung
Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der Hauptansprache, die Janet Mentgen auf der australischen Tagung über ganzheitliche Krankenpflege im Oktober 1995 hielt.
Healing Touch ist ein neuer Name für ein neues Konzept oder eine neue Art zu heilen. Das Neue daran ist unsere Entdeckung der Arbeit und wie wir in unserer modernen Kultur versuchen, die alten Traditionen einzubringen. Wir Heiler verrichten diese Arbeit in unseren Krankenhäusern, unseren Kliniken, am Krankenbett, wenn Menschen sterben oder geboren werden. Sie werden immer wieder von mir hören: „Machen Sie Ihre Arbeit.“
Diese Ansprache behandelt den Weg des Heilers, denn, was wir in unserem Healing-Touch- Lehrprogramm unterrichten, ist „wie man die Arbeit macht“. Wir kommen „nach Hause“ zu dem, was wir sowieso schon wissen, aber wir lernen in unserer eigenen Gesellschaft, „die Arbeit zu tun“ und in unserer eigenen Kultur dafür zu sorgen, dass sie akzeptiert wird. Wir lernen, die Schritte zu gehen auf unserm Weg als Heiler.
Um andere heilen zu können, müssen wir mit uns selbst anfangen, denn unser einziges verfügbares Werkzeug, das wir an das Krankenbett oder zur
Behandlungsliege mitbringen, sind wir selbst. Wir gebrauchen keine Stützen in der Heilarbeit; wir gebrauchen unsere Hände, unsere Traditionen, unsere Kultur, unser Wissen und unsere Weisheit. Wir nennen uns häufig die Brücke, da wir durch uns selbst eine Brücke bilden zwischen alten Traditionen, Ritualen und Kulturen und der modernen Medizin.
Durch die Healing-Touch-Behandlung bringen wir anderen Menschen Heilung in liebevollem Dienst. Diejenigen unter uns, die Krankenschwestern sind, kennen den Teil unserer Heiltradition als Krankenschwestern, anderen einen liebevollen Dienst zu erweisen. Wir wissen auch, dass es uns manchmal sehr schwer gemacht wird, dies zu tun. Das mächtigste Werkzeug oder die beste Art zu heilen ist, mit Liebe zu arbeiten. Ohne Liebe gibt es nichts.
Wir sprechen davon, dass Heilung Schmerzlinderung heiβt, Lebenserneuerung. Es ist wirklich das natürliche Resultat der Liebe. Wir können die Erleichterung sehen, wenn Schmerzen gelindert werden. Wir können zusehen, wie die Spannung den Körper verlässt. Wir können sehen, wenn Angst losgelassen wird.
Wir wissen, dass moderne Medizin sich mit Kurieren, Teilreparatur und Krankheitsdiagnose befasst. Wir wissen auch, dass traditionelle Medizin den Menschen in seiner Selbstheilung unterstützt. Ich denke, dass ein Heiler mit beidem arbeitet.
Ich möchte Ihnen gerne von meinem Weg erzählen, denn die Frage, die mir am häufigsten von Menschen gestellt wird, ist: „Wie machen Sie das, was Sie tun? Wie machen Sie dies: Woche für Woche, von Ort zu Ort und Land zu Land und immer weiter; wie machen Sie das? Werden Sie nicht müde?“ Ich erkläre Ihnen: „Ich lebe ein diszipliniertes Leben. Ich sorge zuerst für mich.“ Ich musste das auf die harte Weise lernen. Wir kommen zu unseren Erkenntnissen als verwundete Heiler oder durch Burnout – wenn die Kerze von beiden Enden gleichzeitig angezündet wird! Wir können kein Funke im Leben eines anderen sein, wenn wir selbst keinen Funken in uns haben. Es ist sehr schwer, den Funken in einem anderen zu zünden, wenn deren Funke verglommen ist. Als Heiler verstehen Sie, dass, wann immer es nötig ist, dieses Licht wieder anzuzünden, diesen inneren Funken, diese Lebensessenz. Alles, was Sie tun können, ist, es wieder zum Glühen zu bringen. Es liegt dann an der Person, dieses Lebenslicht zu erhalten. Also, wie schaffen wir es, unser eigenes Licht auf unserem Weg als Heiler leuchten zu lassen?
Ich nenne Ihnen sieben Schritte, auf die ich mich in meinem Leben konzentriere, die ich die sieben Schritte auf dem Weg des Heilens bezeichne. Dies sind meine Lebensregeln für Leben im richtigen Rhythmus. Der Ursprung beruht auf Alice Baileys Buch „Esoterisches Heilen“. Das Konzept wurde weiterhin von meiner Mentorin Dr. Claire Etheridge in ihrem Buch „Leben im richtigen Rhythmus“ entwickelt. Diese Regeln wurden durch meine verschiedenen Lehrer auf meinem Weg unterstrichen. Diese folgenden Schritte gehe ich täglich für mich.
Physisches Klären
Zuerst muss ich mich physisch klären. Ich muss mich um meinen physischen Körper und meine physische Existenz kümmern. Das heiβt, wie ich mich ernähre, mein Essen, Nahrungsergänzungen, mein Trinkwasser, mein körperliches Wohlbefinden, mein Achten darauf, dass ich mich ausruhe. Mein physischer Körper verlangt täglich acht Stunden horizontale Ruhe. Horizontal heiβt, dass ich mich hinlege. Es heiβt nicht, dass ich schlafe, sondern dass ich liege. Wenn ich einmal nicht meine acht Stunden liege, dann werde ich es in der nächsten Nacht nachholen. Also werde ich in der nächsten Nacht 10-12 Stunden liegen, wenn ich nachlässig war. Ich ruhe mich auch tagsüber prophylaktisch aus oder was ich vorbeugende Ruhe nenne, das heiβt, ich liege horizontal. Nun, ein kleines Geheimnis unserer Arbeit ist, dass unsere Klienten zu uns kommen, um geheilt zu werden. Wir lassen sie sich auf unseren Massagetisch hinlegen, was genug erforderliche Entspannung bringen kann, damit ihre eigene Heilung erfolgt.
Der Atem, Atmen und Bewegung, Tanz, Körperübungen, Beweglichkeit sind alles Dinge, die uns in unserem Körper lebendig halten. Unsere Möglichkeit, auf der Erde zu sein, in der Sonne und im Licht zu sein, das Mondlicht, die Sterne – alle tragen zu unserem physischen Klären bei. Wenn wir für unseren physischen Körper sorgen, dann tun wir dies in unseren Gemeinschaften, in unseren Kulturen, unseren Klöstern, unsern Stammesbräuchen. Gleich welchen Weg wir einschlagen, wir befinden uns auf ähnlichem Weg, um unseren physischen Körper zu klären und heil zu werden.
Emotionales Klären
Der zweite Schritt ist emotionales Klären. Wenn wir unsere Schmerzen und Verletzungen zum Ausdruck bringen, dann klären wir uns emotional. Es ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, unsere Emotionen zu klären und wir tun dies je nach unserer Herkunft, unserer Ausbildung und unserer Kenntnis von emotionalen Prinzipien. Wir nehmen an Therapien für uns selbst teil, arbeiten mit Menschen, denen wir vertrauen. Wir tun dies durch Gebet und folgen dabei unserem Glauben. Wir gehören Selbsthilfegruppen an oder meditieren, haben Träume und schreiben Tagebuch. Auch Lachen und Spielen helfen. Wir haben viele Quellen, um uns emotional zu klären. Wir müssen nur das Klären tatsächlich durchführen und es zu einer unserer Prioritäten machen.
Mentales Klären
Der dritte Schritt im richtigen Lebensrhythmus ist unser mentales Klären. Mentales Klären geschieht, wenn wir unsern Denkprozess ändern, wenn wir unsere Meinung ändern – ein Privileg der Frauen. Es ändert unsere Gedankenmuster oder unseren kognitiven Prozess, lässt neues Verhalten entstehen, neue Wege, etwas zu tun. Wir bewirken mentales Klären durch Methoden der Problemlösung, durch unser Durchsetzungsvermögen, durch Katharsis, unsere Kreativität und durch Schulung unseres Geistes mit Hilfe mentaler Disziplinen. Lesen und Lernen sind Beispiele mentaler Disziplinen. Eine Frage, die man sich stellen kann, ist: „Welche Bücher lese ich gerade?“ Das wird widerspiegeln, wo Sie mit Ihrem mentalen Klären stehen. Manche lesen über Spirituelles, Erleuchtendes oder Informatives. Reisen ist eine Art der mentalen Klärung, weil wir so viel durch Reisen und auch durch kulturellen Austausch lernen.
Heiliger Raum
Der vierte Schritt im richtigen Lebensrhythmus ist ein ganz besonderer, den ich als „heiligen Raum“ bezeichne. Ihr heiliger Raum zu Hause; Ihr heiliger Raum, wenn Sie unterwegs sind. Wie sieht Ihr Heiligtum aus? Was ist Ihr heiliger Raum? Wie erschaffen wir heiligen Raum? Wie segnen wir täglich den Ort, an dem wir leben? Ich segne ihn mit dem Gedanken, dass ich jedem Ort, den meine Fuβsohlen berühren, Licht bringe.
Heiliger Raum bewirkt in uns innere und äuβere Harmonie. Wenn wir reisen, bringt es uns nichts, diese Harmonie zu Hause zu lassen. Harmonie muss täglich bei mir sein, deswegen nenne ich meinen heiligen Raum mein Kloster ohne Wände und innerhalb meines Klosters ohne Wände lebe ich jeden Tag mit meiner selbst entwickelten Disziplin. Ich gebrauche auch die Prinzipien von genügend Licht und Speicherung. Ich gebrauche die Prinzipien der Einfachheit. Bringt Ihnen Ihr heiliger Raum Ruhe? Denken Sie darüber nach, wie geruhsam Ihr heiliger Raum ist.
Recycling ist noch ein anderes Prinzip des heiligen Raumes. Wie gehen Sie mit Recycling um? Wie gebrauchen Sie Naturprodukte und achten Sie auf Ihre Umwelt, um unsere Resourcen zu bewahren? Zum Prinzip der Reorganisation und des Recycling gehört der Frühjahrsputz. Ich erinnere die Menschen in meinen Kursen an die Energie, die in Objekten enthalten ist. Sehen Sie sich Ihr Schlafzimmer an und die energetischen Komponenten der Dinge, die Ihr Bett umgeben. Denken Sie an den Bücherstapel neben Ihrem Bett. Welche anderen Dinge haben Sie in Ihrem heiligen Raum und welche Schwingungen haben sie? Die Kleider, die Sie heute tragen, haben auch ihre eigene Schwingung. Wenn Sie einen Schrank voll alter Kleider haben, wie ist deren Schwingung? Wofür bewahren Sie sie auf? Um zu der niedrigeren Schwingung heruntergezogen zu werden? Was ist mit den Büchern, die Sie auf Ihrem Bücherbord haben. Als Sie dies Buch las, wie viel Ihrer Energie investierten Sie in dies Buch? Sind Sie noch immer in der gleichen Schwingung? Das meine ich mit Frühjahrsputz. Klären Sie Ihren Raum, so dass Ihre Schwingung der Gegenwart entspricht. Nun, diejenigen unter uns, die einen Monat lang aus einem Koffer leben, erhalten eine kleine Lektion über Raum und wie wir den verfügbaren Raum nutzen. Es gibt einige Dinge, die wir zurücklassen und viele neue Dinge, die wir uns aneignen.
Heilige Stille
Der fünfte Schritt ist das Prinzip der Stille. Das Fallen der Regentropfen hören, die Stille einer Menge, ehe der Redner anfängt zu sprechen. Dem Gesang der Vögel lauschen. Die wunderbare Stille einer Meditation hören. Wenn wir in einer Welt des Lärms leben, ist es ein Segen, nach Hause in die Stille zu kommen, was ich tue, wenn ich nach Hause komme, da mein Haus auf einem Hektar Land steht. Ich nenne es meinen kleinen Bauernhof, weil ich einen Gemüsegarten habe. Ich liebe die Ruhe der Stille, den Frieden, den Blick, den ich auf die Rocky Mountains habe. Aber am meisten liebe ich die Stille. Ich brauche die Stille. Oft bleibe ich tagelang in der Stille. Ich reise in heiliger Stille. Das heißt, wenn ich einen Reisetag antrete, gehe ich in die Stille hinein und spreche nur, wenn unbedingt nötig. Ich haushalte mit meiner Energie. Ich schütze meinen Raum. Wenn ich das tue, dann ehre ich die Disziplin der Stille. Dann komme ich ausgeruht an. Es macht einen großen Unterschied wenn ich in der Weise reise.
Heilige Freizeit
Der sechste Schritt ist heilige Freizeit. Heilige Freizeit hilft, Ausgewogenheit in unser Leben zu bringen. Sie erfrischt uns von der Arbeitslast, die wir tragen. Sie führt uns zu dem Lebensrhythmus zurück, der wichtig ist für unser Weitermachen, sie bringt uns Ausgeglichenheit. Ich erinnere mich daran, wie meine Therapeutin mir auftrug, jeden Tag zehn Minuten lang nichts zu tun. Haben Sie je versucht, zehn Minuten lang nichts zu tun? In der nächsten Woche habe ich sie gebeten, die Zeit auf fünf Minuten zu reduzieren. Ich dachte, ich könnte es ein oder zwei Minuten lang aushalten, aber ich konnte es nicht. Ich fing an, in Worten das Konzept Freizeit zu formulieren, die mir helfen würden, Freizeit zu definieren und zu verstehen. Ich sagte zum Beispiel: „Ich hantiere rum“, oder „Dies ist Abschalten“. Wenn ich an einer Küste bin, „schlendere“ ich. Ich bemerkte, dass meine Fuβabdrücke nicht zielgerichtet waren. Es dreht sich darum, loslassen zu können und in diesem Zustand zu sein.
Heilige Beziehungen
Der siebte Schritt ist der der heiligen Beziehungen. Der sexuelle Ausdruck des Heilers wird heiliger Sex genannt. Diese Einstellung ist ein Teil unserer Arbeit und kommt vom Herzen. Das heißt, dass wir in festen Beziehungen leben, sexuell treu sind, unsere Herzenswahrheit ehren. Es bedeutet unsere Verpflichtung, einander zu helfen, die Verpflichtung zur Partnerschaft mit alten Traditionen des Heilens, das Engagement in unseren Beziehungen zu unseren Ländern, zu anderen Heilern, zu unseren Klienten, unseren Familien und in jeder Weise, in der wir die Gelegenheit haben, mit jemandem in Beziehung zu sein. Ich hoffe, dass wir diese Beziehung ehren, sie wird dann jedes Mal und immer heilig sein.
Was sollten wir mit all dieser Information anfangen? Ich schlage vor, dass wir uns zu unserem Lebensweg verpflichten. Ihr Leben muss nicht so sein wie meines, aber wenn wir Heiler sind und diese Arbeit vollbringen, dann müssen wir unsere Verpflichtungen anderen gegenüber definieren, unsere Hingabe an Gott und wie wir Gott definieren. Denken Sie über Ihre Verpflichtung nach, ein diszipliniertes Leben zu führen, Ihren Lebensweg zu gehen und alles einfach zu halten.
Nachweis
1. Etheridge, C., Right Rhythmic Living, Xlibris Corporation, 2000
2. Mentgen, JL, Australian Holistic Nursing Conference, Keynote Address. The Australian Journal of Holistic Nursing, Vol 3, No.1, 1996
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